Viszeralchirurgie – Chirurg-werden.de

Prof. Dr. Katja Schlosser

Stellvertretende Chefärztin, Gießen

Viszeralchirurgie

Der Bauch im Fokus

Die Viszeralchirurgie umfasst die chirurgische Behandlung der Bauchwand sowie der Organe des Bauchraumes, insbesondere bei gastroenterologischen, endokrinen oder onkologischen Erkrankungen.

Schwerpunkt ist die große onkologische Chirurgie des Abdominalraumes an Speiseröhre und Magen, Dünn- und Dickdarm sowie an Bauchspeicheldrüse und Leber. Die endokrine Chirurgie an Schilddrüse und Nebenniere gehört ebenso in diese chirurgische Disziplin wie die Proktologie.
ViszeralchirurgInnen an spezialisierten Zentren sind außerdem versiert in der Transplantation von lebenswichtigen Organen, wie Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse. Der Viszeralchirurg beherrscht neben der Operation auch die exakte Indikationsstellung und die dazu nötigen bildgebenden Verfahren wie Sonographie und Endoskopie.

Auf ein Wort mit Prof. Dr. Katja Schlosser...

Prof. Dr. Katja Schlosser
Stellvertretende Chefärztin, Gießen

Warum Viszeralchirurgie?
Mitten in einer Doktorarbeit, die mit operativen Eingriffen verbunden war, habe ich plötzlich festgestellt, dass ich mich für feines Präparieren und Rekonstruieren begeistern könnte. Chirurgische Famulaturen in Deutschland, Dänemark und Indien gaben mir noch mehr Einblicke in das Fach. Und so habe ich mich entschlossen, trotz aller Unkenrufe („Verträgt sich nicht mit einer Familie“, „Mach das bloß nicht, das ist nichts für eine Frau“) das Wagnis Chirurgie anzugehen. Was soll ich sagen: Ich habe es nicht bereut!
In der Viszeralchirurgie ist das Spektrum so groß, dass mir niemals langweilig wird. Diagnosefindung, Wissen und gutes Gespür gehören dazu. Denn meist hängt nicht alles „nur“ von einem Röntgenbild ab.

Und Familie?
Mit extrem guter Organisation, unter Einbeziehung von Familie und Freunden, bringe ich Beruf und Privatleben unter einen Hut. Mein 8-jähriger Sohn war bisher immer von denselben fünf Menschen umgeben – das hat ihm Konstanz gegeben. Auch die Kita, in die er ab dem achten Lebensmonat ging, hat ihm gut getan. Was man auf jeden Fall braucht, ist einen Partner, der mitzieht. Der akzeptieren muss, dass man vielleicht weniger zuhause ist als er und dass man unter Umständen mehr verdient. Wenn das so ist, steht einer Chirurginnen-Karriere fast nichts mehr im Weg.
Natürlich braucht jeder seine Auszeit. Ich tanke Energie sowohl zuhause als auch auf der Arbeit. Oft bin ich nach einem schwierigen Eingriff völlig erledigt, aber so glücklich und zufrieden, dass mir das Ansporn für jeden weiteren Schritt ist. Zuhause kann ich abschalten, muss nicht der Fels in der Brandung sein und erde mich, indem ich das „Leben außerhalb der Klinik“ in vollen Zügen auskoste. Das kann mit dem Buch auf dem Sofa sein, auf dem Rücken eines Pferdes, bei der Gartenarbeit oder im Urlaub auch gern mal auf Skiern.