Die chirurgische Karriere

Studium = Ausbildung

Voraussetzung für eine chirurgische Laufbahn ist natürlich ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Medizin. Dieser Abschnitt wird offiziell als Ausbildung bezeichnet und endet nach der gegenwärtigen Approbationsordnung mit dem 2. Staatsexamen. Die Berufserlaubnis, die sog. Approbation, wird dann automatisch durch staatliche Institutionen, vertreten durch den Regierungspräsidenten erteilt.

Um den ärztlichen Beruf dann ausüben zu können, ist die Mitgliedschaft in einer der
13 zuständigen Landesärztekammer notwendig. Eine Auflistung der Kammern auf unserer Seite finden Sie hier.

Nach Aus- kommt Weiterbildung

Das Erlernen des chirurgischen Handwerks wird jetzt mit dem offiziellen Begriff Weiterbildung beschrieben und ist durch die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer geregelt. In dieser Weiterbildungsordnung ist festgelegt, wie lange die Weiterbildung dauert und welche Anforderungen erfüllt sein müssen, um sich für die Facharztprüfung anzumelden.

Wenn man Chirurg werden möchte, stehen am Anfang der Laufbahn zwei wichtige Fragen, die für die weitere Planung entscheidend sind. Welche chirurgische Fachrichtung ist die richtige für mich? An welchem Krankenhaustyp möchte ich meine Weiterbildung machen?

Common Trunk

Alle chirurgischen Fachrichtungen fordern in den ersten zwei Jahren eine gemeinsame und gleich strukturierte basischirurgische Weiterbildung, den sog. Common Trunk. Hier sollen die chirurgischen Grundlagen erlernt werden: das Management von Patienten auf einer chirurgischen Station, in der Ambulanz und auf der Intensivstation. Das operative Handwerk steht in dieser Phase der Weiterbildung noch nicht so im Vordergrund. (siehe Abbildung oben)

Special Trunk

An den zweijährigen Common Trunk schließt sich die 4-jährige Spezialisierung in einer der 8 chirurgischen Säulen an (Special Trunk). Ein Jahr davon kann in einer anderen chirurgischen Säule oder in einer „assoziierten Disziplin“, z.B. Gastraoenterologie bei Viszeralchirurgen, abgeleistet werden. Welche Bereiche absolviert werden können oder müssen finden Sie hier. Allgemeine Informationen zu den so genannten "8 Säulen der Chirurgie" finden Sie im Menüpunkt Chirurgie unter 8 Säulen.
Die gesamte Weiterbildung endet dann nach mindestens 6 Jahren mit der Facharztprüfung, die mündlich abgehalten und von der zuständigen Landesärztekammer abgenommen wird.

Da auf dem späteren Arbeitsmarkt fast alle Fachrichtungen gesucht werden, kann man sich bei Wahl des chirurgischen Faches ganz von seinen persönlichen Erfahrungen und Kontakten leiten lassen. Auch sollte man nicht vergessen, dass die persönliche Freude am eigenen Fach der beste Garant für eine erfolgreiche Laufbahn ist. Für die Auswahl des persönlich „richtigen“ Weges gibt viele Möglichkeiten. Wir schlagen Ihnen vor, im Dialog mit erfahrenen ChirurgInnen ganz individuell eine Lösung für sich zu erarbeiten. Mehr Tips gibts hier.

Das Weiterbildungskrankenhaus

Grundsätzlich kann man zwischen einer Weiterbildung in einem Versorgungskrankenhaus (Krankenhäuser der Maximal-, Schwerpunkt- sowie Grund- und Regelversorgung) oder einer mehr akademischen Weiterbildung an einer Universitätsklinik wählen.

Während beim ersten die klinische Tätigkeit im Vordergrund steht, ist die universitäre Laufbahn in der Regel mit einer wissenschaftlichen Tätigkeit und oft mit dem Ziel der Habilitation verbunden. Es gibt aber auch Chirurgen, die ihre Weiterbildung zunächst an einem Versorgungskrankenhaus begonnen und dann an eine chirurgische Universitätsklinik gewechselt haben.

Diese verschiedenen Möglichkeiten hängen sehr stark von den persönlichen Neigungen und langfristigen Zielen ab und können vor Beginn der Stellensuche mit einem erfahrenen Chirurgen besprochen werden. Es ist sicherlich hilfreich, wenn man schon zu einem frühen Zeitpunkt eine genaue Vorstellung entwickelt, wie die eigene Karriere aufgebaut sein soll.

Facharzt – und dann?

Der Erwerb eines chirurgischen Fachsarztes berechtigt auch unter juristischen Aspekten zum selbstständigen Operieren. Allerdings ist eine 6-jährige Weiterbildung nicht immer eine Garantie dafür, sein chirurgisches Spezialgebiet in allen verschiedenen Facetten vollständig abdecken zu können.

Dieses Ziel erfordert eine langjährige klinische Tätigkeit, in der Regel auch eine Oberarztposition, die dem Facharzt dann weiter Gelegenheit gibt, selbstständig operativ zu arbeiten und zu lernen, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen.

Für alle Fragen kann der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) kompetente Chirurgen vermitteln, die im persönlichen Gespräch helfen, die eigene chirurgische Laufbahn zu planen und zu strukturieren.

(Link Patenschaftsprogramm des BDC)